2014

 

Orgel-plus-Chor-Konzert: Wellenwogen und Sturmesbrausen im Kirchenschiff

 

Markdorf -  Das Vokalensemble Unisono aus Konstanz überzeugte bei seinem Auftritt in der Markdorfer St. Nikolaus-Kirche.

Autor: Jörg Büsche, erschienen am 13.05.2014 im Südkurier

Alle Welt blicke derzeit gen Konstanz und ganz Europa sei dort zu Gast, erklärte Ulrich Hund, katholischer Pfarrer von Markdorf. Der Geistliche spielte auf das Jubiläumsjahr des Konzils an. 1414 hatte man in der Seestadt den Versuch begonnen, die religiöse und politische Kluft innerhalb der Christenheit zu überbrücken. „Da ist es doch schön, wenn auch Konstanzer zu uns kommen“, begrüßte Pfarrer Hund indirekt das aus der Konzilsstadt angereiste „Vokalensemble Unisono Konstanz“. Der erst vor drei Jahren gegründete Chor war auf Einladung des hiesigen „Fördervereins Kirchenmusik St. Nikolaus“ in die Gehrenbergstadt gekommen, um gemeinsam mit Kirchenmusiker Christian Ringendahl bei einem geistlichen Konzert der so genannten „Orgel plus“-Reihe aufzutreten. Einer Konzert-Reihe, die, so merkte Pfarrer Hund an, bei Auftritten von Chören immer etwas ganz Besonderes biete.

Und er hatte nicht zu viel versprochen. Denn das Konzert am Sonntagabend zählte zu diesen musikalischen Glanzlichtern. Sicher, die spielerische Besonderheit ist auch bei allen anderen Orgel-plus-Konzerten gewährt. Schließlich hat Mitorganisator Christian Ringendahl noch immer eine glückliche Hand bewiesen bei der Auswahl der Solisten, um die es sich ja in der Regel handelt. Was aber beim Sonntagabend erneut eindrücklich vor Ohren geführt worden ist: jenes Mehr an Atmosphäre, das stets dann zur Wirkung kommt, wenn ein Chor den Raumklang, den Klangraum auszuschöpfen weiß.

Sie spielten sozusagen mit dem Hall, die Sängerinnen und Sänger von Unisono. Ließ Johanne Heieck, ihr Chorleiter, eins der vielen Amens am Ende der Lieder ausklingen, um die letzte Silbe durch eine winzige Geste zu schließen, so gelang dies mit beeindruckender Präzision. Mit derselben Akkuratesse, die der Chor auch bei der Intonation, der Artikulation der lateinischen, deutschen und englischen Texte bewiesen. Nystedts „Peace I leave witz you“ ebenso wie bei Hasslers „Verbum caro factum est“ oder Strohbachs „Jesus, der Retter im Seesturm“. Überhaupt war Strohbachs Stück ein wunderbares Exempel für die akustische Vielschichtigkeit des Ensembles. Erst tobten die Winde vielstimmig aus allen Richtungen, dann verloren die Jünger die Beherrschung, bis der Herr sie mit schöner Sanftheit beruhigen konnte – die Winde und seine Anhänger.

Wie die reagiert hätten, wären sie zu Ohrenzeugen des von Ringendahl bei Viernes Orgelphantasie entfachten Pfeiffen-Brausens geworden, bleibt offen. Vermutlich aber mit mehr Gelassenheit auf dem See – zumal der Markdorfer Organist auf kühnes Wogen immer wieder ruhige Passagen bot. Jene Harmonie mithin, die das Konstanzer Konzil leider nicht erreicht hat.

 

 

 

Musikalische Gäste aus Konstanz

 

Der Chor UniSono stimmt auf die Passionszeit ein.

 

Autor: Ingeborg Anderson, erschienen am 07.04.2014 in der Augsburger Allgemeine

 

Die Passion Jesu, sein Leben, Leiden und Sterben waren musikalisches Thema eines Konzertes in der Stadtpfarrkirche St. Michael, das der Chor UniSono aus Konstanz bestritt. Unter dem Motto „O crux ave“ (O Kreuz sei gegrüßt) interpretierten die 17 Sänger Kompositionen zur Passionszeit und zur Auferstehung.

Schwabmünchens Chorregent Stefan Wagner hätte sich zu diesem besonderen Konzert allerdings mehr als die etwa 80 Besucher in der Stadtpfarrkirche gewünscht. Er berichtete, wie es zustande kam: „Eine der Sängerinnen des Chores ist aus Schwabmünchen. Außerdem habe UniSono vor zwei Jahren hier ein Adventskonzert gesungen, das sehr gut aufgenommen wurde.“

Seit 2011 treffen sich junge Sängerinnen und Sänger aus dem Umkreis der Universität Konstanz um unter der Leitung von Johannes Heieck anspruchsvolle geistliche Chormusik einzustudieren. Zahlreiche Konzerte im süddeutschen Raum haben sie schon gegeben. Und wie der Schwabmünchner Konzertnachmittag zeigte, ist das Repertoire des Chores zeitlich weit gespannt. Der Bogen reichte vom Barock (mit Heinrich Schütz und Andreas Hammerschmidt) über einen Auszug aus Felix Mendelssohn-Bartholdys Oratorium „Elias“ bis hin zu jungen zeitgenössischen Komponisten aus Nordeuropa. Hier lag der musikalische Schwerpunkt des Konzertes, das mit Eleanor Daleys Auferstehungsmusik „Do not stand at my grave and weep“ endete.

Der junge Chor fesselte die Konzertbesucher durch seine subtile Interpretation musikalischer Klangfarben. Beispielsweise bei Pawel Lukaszewskis „Two lenten Motets“ mit seinen komplexen Klanggeflechten. Oder Rihards Dubras „O crux ave“, das dem Konzert den Titel gab. Seine meditative Komposition ist darauf angelegt, das Publikum emotional anzusprechen.

Mit gebührendem Applaus bedankten sich die Zuhörer für diese besinnliche vorösterliche Konzertstunde.

 

 

 

 

2013

Ein Vokalensemble lässt aufhorchen

 

Kreis Konstanz -  A-capella-Konzert von Unisono in der Bruder-Klaus-Kirche auf erstaunlichem Niveau

 

Autor: Reinhard Müller, erschienen am 11.01.2013 im Südkurier

 

Aus dem 2011 entstandenen Wortspiel „Unisono“, das für Klang an der Uni Konstanz steht, wurde schnell spielerischer Ernst. Jetzt ist das Ensemble mit 16 gegenwärtigen oder bereits gewesenen Studenten in der Lage, A-cappella-Konzerte auf ganz erstaunlichem Niveau mit einer Selbstverständlichkeit zu geben, die beeindruckt.

Die mittlerweile schon 31. Saison der „Konzerte am Sonntagabend“ in der Bruder-Klaus-Kirche hatte mit Unisono einen Neujahrsstart schönsten „Gaudete!“-Klangs: „Freut euch!“ über dieses Nachwuchs-Ensemble mit seinem Dirigenten Johannes Heieck. Es war ein kurzweiliger Abend des puren Vokalklangs geistlicher Motetten von der Renaissance bis heute. Ein Konzert, bei dem Augenmaß der Dynamik, Sprachdeutlichkeit, runde Klangschönheit der homogen verteilten Stimmenregister und Natürlichkeit punkten und genießen lassen konnten, ausgehend vom Konzerttitel gebenden „Gaudete“ von Karl Jenkins.

Die „alte“ Motettenkunst, tonrein, auch venezianisch prunkvoll halb- und echo-chörig tönend, gab mit Andreas Hammerschmidts und Hans Leo Hasslers Sätzen („Also hat Gott die Welt geliebt“; „Verbum caro factum est“) den Rahmen ab, den der jungdynamische Chorleiter – vom ersten bis zum letzten Ton auswendig dirigierend – mit Werken des 20. Jahrhunderts füllte (von Mendelssohns hochromantisch-ruhigem „Herr, nun lässest du deinen Diener“ abgesehen).

Das dürften für die meisten der leider nicht zahlreichen Zuhörer Erstbegegnungen mit Komponisten und Werken gewesen sein. Wie moderat moderne Kirchenmusik mit neuen Harmonien umgeht, wie sie an alten Formen der Homo- und Polyphonie festhält, wie sie sich vorsichtig an Jazziges herantastet und rhythmische Bewegungen einflicht: Das ließ eine Ahnung von Kontinuität spüren, Vertrautheit aufkommen: Ob Cyrillus Kreeks „Taaveti laul“ mit ostkirchlich anmutender Choralfeierlichkeit; ob Arvo Pärts Gottesmutter-Lob in minimaler Kürze; ob Urmas Sisasks „Confitemini“ im Fünfertakt des fünfsilbigen Titelworts und Perpetuum-mobile-Unterbau – es war faszinierend bis zu den Dissonanzen in Eric Whitacres „Lux aurumque“ aus dem Zweiklang heraus, oder gar Ola Gjeilos romantisch anmutender Marienminne „Tota pulchra est Maria“. Das kam von dem kleinen Ensemble lebendig herüber, teilte dem Publikum die eigene Freude am schönen Stimmklang bei absolut stabiler Intonation in der guten Kirchenakustik mit. Joseph Gabriel Rheinbergers „Abendlied“ als Zugabe entließ eine tief beeindruckte Hörgemeinde.

 

 

 

2012

 

 

Musikgenuss in der kleinen Kapelle in Rubacker

 

 

Deggenhausertal -  Vokalensemble „Unisono“ singt unter dem Titel „Magic – Das Wesentliche ist für Augen unsichtbar“ erstmals nur weltliche Lieder. Konzert in der Kapelle aus dem Höchsten in Rubacker.

Autor: Wolf-Dieter Guip, erschienen am 27.11.2012 im Südkurier

Rund 70 Chorliebhaber hatten sich in der Kapelle auf dem Höchsten in Rubacker eingefunden, um dem Konzert des Vokalensembles „Unisono“ beizuwohnen. Und ihre Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Die 17 Sänger unter musikalischer Leitung von Johannes Heieck boten einen Hörgenuss der Extraklasse.

Unter dem Titel „Magic – Das Wesentliche ist für Augen unsichtbar“ bot das junge Ensemble, das sich hauptsächlich aus ehemaligen Studenten der Universität Konstanz zusammensetzt, aus seinem umfangreichen Repertoire zum ersten Mal eine Auswahl ausschließlich weltlicher Chormusik. Wobei neben Stücken namhafter Komponisten wie Johannes Brahms und Eric Whitcare auch Stücke von weniger bekannten Köpfen wie Moritz Hauptmann und Randall Stroope zu Gehör gebracht wurden. Dem gesamten Programm lag zugrunde, etwas akustisch sichtbar zu machen, das sich mit bloßem Auge nicht erfassen lässt. „Vor etwa acht Jahren wurde der Chor als Uni-Chor der Universität Konstanz von Christine Strasser aus Deggenhausertal gegründet“, wie ihr Vater Manfred Strasser berichtete. Auch ihre Schwester und ihr Ehemann seien im Chor aktiv. Dies erklärt auch, weshalb der Chor bereits im vergangenen Jahr erstmals in der Kirche in Roggenbeuren aufgetreten ist. Seit Beginn des Jahres 2011 besteht der Chor in seiner jetzigen Form. Heute sind die meisten Mitglieder über ganz Baden-Württemberg verteilt und man trifft sich etwa alle acht Wochen zu Proben und einmal im Vierteljahr gibt es öffentliche Auftritte. So am vergangenen Wochenende in Allensbach, auf dem Höchsten und in Konstanz. Für die Chormitglieder ist das zwar ein erheblicher zeitlicher Aufwand, jedoch sei es ein einzigartiges Hobby und die außergewöhnliche Qualität der Musik rechtfertige den Aufwand und halte die Truppe zusammen.

Chorleiter Johannes Heieck hat in Konstanz Deutsch und Geschichte studiert. Er ist Mitglied international renommierter Chöre wie der Christophorus-Kantorei Altensteig und dem Maulbronner Kammerchor. Heieck ist Leiter verschiedener Chöre im Raum Konstanz.

Ein einmaliger Musikgenuss in der kleinen Kapelle auf dem Höchsten, bei dem jeder auf seine Kosten kam. Der Chor dankte mit mehreren Zugaben.